Handlungsfelder
Die beruflichen Integrationschancen junger Migrant/innen können nur durch eine Verstärkung der Inklusionsfunktion von schulischer Bildung und beruflicher Ausbildung gestärkt werden. Für Jugendliche mit Migrationshintergrund ist eine Qualifizierungsoffensive erforderlich, die in unterschiedlichen Bereichen ansetzen muss. Ein wesentlicher Bereich ist hier im Übergangsmanagement zwischen Schule und Ausbildungseinmündung zu sehen und bedarf zielgruppenspezifischer vorberuflicher Angebote, wobei der Schwerpunkt auf der Einmündung in vollberufliche Ausbildungen liegen sollte.
Bezogen auf Chancengerechtigkeit in Bildung, Ausbildung und Erwerbsarbeit müssen in Deutschland vielfältige Defizite konstatiert werden, für die im Projekt mit den operativen Partnern aus Beschäftigungs- und Qualifizierungsunternehmen geeignete Lösungen entwickelt werden sollen.
In folgenden Handlungsfelder besteht Bedarf, weiter an Lösungsansätzen zu arbeiten:
- Interkulturelle Ressourcen von Jugendlichen oder jungen Erwachsenen mit Migrationshintergrund müssen als Potenziale aufgegriffen, bewusst gemacht und als Bestandteil von fachlichen und überfachlichen Qualifizierungen entsprechend ausgebaut werden.
- Kulturelle Vielfalt wird im betrieblichen Alltag noch nicht hinreichend als produktive Ressource erkannt und genutzt. Ein Migrationshintergrund stellt noch immer eher ein Vermittlungshemmnis in Bezug auf Ausbildungs- und Arbeitsplätze dar. Er sollte vielmehr unter dem Aspekt der interkulturellen Ressourcen und betrieblicher sowie gesellschaftlicher Vielfalt wahrgenommen werden. Insofern ist es notwendig, interkulturelle Öffnungsprozesse auch auf betrieblicher Ebene zu fördern.
- Führungskräfte und Anleitungspersonal arbeitsmarktpolitischer Dienstleister werden noch nicht ausreichend für die Arbeit in interkulturell gemischten Teams qualifiziert. Eine solche Qualifizierung ist erforderlich, damit sie interkulturelle Ressourcen wahrnehmen und gezielt entwickeln können.
- Interkulturelle Ressourcen werden auch in Unternehmen der allgemeinen Wirtschaft oft noch nicht als das Kapital wahrgenommen, das sie für Marktentwicklung, Erschließung neuer Kundenkreise und wirtschaftliche Aktivitäten in einer globalisierten Welt darstellen. Während ein auf Diversity orientierter Personalentwicklungsansatz bei großen (häufig global aufgestellten) Unternehmen weit verbreitet ist, tun sich KMU immer noch schwer, interkulturelle Ressourcen als Chancen für eine positive Unternehmensentwicklung zu nutzen.
Schlaglichter
Die Erarbeitung neuer Ansätze und Produkte wird im Projekt in und mit Beschäftigungs- und Qualifizierungsunternehmen an verschiedenen Standorten umgesetzt.
Die angestrebten Ergebnisse von „Ressource+“ lassen sich kurz umrissen wie folgt zusammenfassen:
- Handlungsleitfaden „Implementierung von betrieblichen Veränderungsprozessen zur optimierten Nutzung interkultureller Ressourcen“Dieser Handlungsleitfaden wird Beschäftigungs- und Qualifizierungsunternehmen dabei unterstützen, innerbetrieblich auf einen kompetenzorientierten Ansatz zu fokussieren und die Angebote des Unternehmens entsprechend zu gestalten
- Handlungsleitfaden „Qualifikationsanforderungen unter Berücksichtigung interkultureller Ressourcen“ Dieser Leitfaden wird Informationen, Anregungen und Praxisbeispiele für die Gestaltung von Integrationsangeboten im Bereich Ausbildung, Qualifizierung und Beschäftigung für die Branche liefern.
- Qualifizierungskonzept für BQU zur interkulturellen Öffnung und Kompetenzorientierung
- Erarbeitung eines Ansatzes für "Interkulturelle Audits" zur Überprüfung der Vollständigkeit und Wirksamkeit der Ansätze und Methoden in BQU und Integration des Audits in die QM-Prozesse der Unternehmen.


project abstract
l'abstract du projet





